July 15th, 2022

Trends in China 

Warum Sie virtuelle Influencer für Ihre Marke in China engagieren sollten

Key Opinion Leaders oder KOL ist der in China verwendete Begriff für Social Media Influencer:innen. Genauso wie im Westen beeinflussen sie durch ihren Content die öffentliche Wahrnehmung von Marken auf Social-Media-Plattformen. Aber Influencer:innen, wie man sie kennt, sind mittlerweile nicht mehr die einzige Option, wenn es um Kooperationen auf sozialen Plattformen in China geht. Seit einiger Zeit machen virtuelle Charaktere echten Menschen ernsthafte Konkurrenz. Marken gehen inzwischen Partnerschaften mit CGI/AI-generierten Influencer:innen ein, um für ihre Produkte zu werben – von Tesla bis hin zu den größten Mode- und Hautpflegemarken der Welt wie Dior und Bulgari. Lassen Sie uns einen näheren Blick darauf werfen!

Chinas virtuelle KOL sind digital generierte Charaktere und haben sich zu echten Game Changern entwickelt. Bloomberg schätzt, dass der Markt für virtuelle Influencer:innen seit 2017 um 70 % gestiegen ist und 2021 einen Wert von 960 Millionen US-Dollar erreicht hat. Ihr Publikum, das sich vor allem aus der Gen Z und den Millennials zusammensetzt, ist auf rund 390 Millionen Menschen angewachsen.

Virtuelle KOL "arbeiten" auf denselben Plattformen wie die echten Content Creators und treten mit ihren Fans über soziale Medien in Kontakt, wobei sie mehrere Plattformen gleichzeitig nutzen. Man findet sie auf Weibo, Bilibili und Douyin (Chinas Äquivalente von Twitter, YouTube und TikTok) sowie auf anderen Plattformen wie Xiaohongshu und Taobao. Diese meist auf E-Commerce ausgerichteten Plattformen, die in westlichen Regionen nicht zugänglich sind, bieten virtuellen KOLs – und den realen Unternehmen, die hinter ihnen stecken – eine Vielzahl an Möglichkeiten, ihre Figuren zu Geld zu machen. Es überrascht daher nicht, dass sich immer mehr Unternehmen nun fragen, wie sie von dem aktuellen Hype profitieren können.

Wie Marken mit virtuellen Influencer:innen kollaborieren können

Brands können mit hyperrealistischen, menschenähnlichen Figuren, sogenannten Virtual Idols (auch bekannt als digitale Performer oder Vocaloids), berühmten Charakteren aus bekannten Franchises arbeiten oder ihre eigenen Charaktere entwerfen, die perfekt zu ihrer Marke passen. Es gibt verschiedenste Arten von virtuellen KOL, die eine Marke repräsentieren können. Doch worauf sollte man bei der Auswahl des richtigen Kooperationspartners achten? Hier sind unsere grundlegenden Tipps:
• Wie bei menschlichen Influencer:innen müssen Sie auch bei virtuellen zunächst den oder die passenden finden und mit Sorgfalt auswählen. Sie müssen überlegen, ob der KOL zu Ihrem Markenimage passt und ob die Follower:innen die richtige Zielgruppe für Ihre Brand sind.
• Sobald diese Wahl getroffen ist, ist die Auswahl der Plattformen wichtig. Die geeignetsten und vielversprechendsten Plattformen sollten mit Ihnen gemeinsam ausgewählt werden, um den Content für Ihre Marke zielführend zu promoten.
• Auf Markenseite sollte auch bedacht werden, dass nicht jedes Produkt für jede:n Influencer:in geeignet ist und dass die spezifischen Produkte sorgfältig ausgewählt werden sollten. Dies ist allgemein ein wichtiger Punkt für jede Art von Kooperation auf dem chinesischen Markt.

Fehlt Ihnen noch ein wenig die Vorstellungskraft, wie diese Influencer:innen aussehen? Hier sind drei Namen, die dabei helfen zu verstehen, wie diese virtuellen Figuren aussehen und agieren und vor allem auch, wie verschieden sie sein können.
Ayayi ist Chinas berühmtester "Meta-Mensch", also eine hyperrealistische digitale Person. Schauen Sie sich Ayayi genauer an, um einen Eindruck von der modernen Ästhetik zu bekommen, mit der sie ihr Publikum begeistert und inspiriert.
Luo Tianyi, eine Anime-Figur mit einer beeindruckenden Stimme, ist eine weitere wichtige Akteurin. Sie hat Millionen Anhänger:innen auf Weibo, betreibt Taobao-Shopping-Livestreams, ist das Gesicht mehrerer Werbekampagnen, hat mehrfach virtuelle Konzerte auf Bilibili gegeben und hat sogar eine ausreichend große Fangemeinde, um mehrere reale Shows zu performen.
Es lohnt sich auf jeden Fall auch, einen Blick auf einen Influencer zu werfen, der speziell für eine Marke geschaffen wurde: Mr. Ou von L'Oréal ist eine vom Unternehmen erfundene Figur, die als hauseigenes virtuelles Idol fungiert. Er ist ein französisch-chinesischer, 24-jähriger Beauty-Unternehmer, der außerdem am Trendthema Nachhaltigkeit interessiert ist.

Sind virtuelle Influencer:innen nur ein Trendthema oder werden sie bleiben?

Es gibt eine Vielzahl von Gründen, warum wir uns sicher sind, dass virtuelle Influencer:innen ein Phänomen sind, das uns noch lange Zeit begleiten wird. Ihr Aufstieg ist geradezu vorprogrammiert, da unser Leben und unsere Interessen immer digitaler werden. Virtuelle Influencer:innen sollten in einem Atemzug mit 5G, KI, Blockchain und NFT genannt werden, die unsere Zukunft maßgeblich beeinflussen werden. Und aus Marketingsicht sind sie sinnvoll und wertvoll, weil sie die oftmals sehr spezifischen Anforderungen von Marken besser bedienen können.


Abgesehen von ihrem makellosen Erscheinungsbild haben virtuelle Influencer:innen einige weitere Vorteile gegenüber ihren menschlichen Vorläufer:innen, die sie zu verlässlichen Kooperationspartner:innen für lange Laufzeiten machen. Hier sind einige wichtige Argumente:
• Risiko: Virtuelle KOL haben ein positives öffentliches Image und gelten als risikoarm. Bei Menschen ist es natürlich wahrscheinlicher, dass sie in einen Skandal verwickelt werden, wodurch ihr Wert als Werbefigur sinkt.
• Zeit: Etablierte und erfolgreiche menschliche Influencer:innen sind an enge Zeitpläne gebunden, während virtuelle mehr Flexibilität bieten.
• Fans: Virtuelle Influencer:innen wecken das Interesse junger Menschen. Sie sind besonders gut darin, Beziehungen zu ihrer Followerschaft aufzubauen und starke Verbindungen zu knüpfen, wodurch sie eine große Zahl von Fans für sich gewinnen können.

Virtual Idols sind noch nicht in der Lage, reale Internetberühmtheiten vollständig zu ersetzen, aber sie haben eine Menge attraktiver Eigenschaften an sich. Die Datenerfassung und die Fähigkeit, mit jedem Fan zu interagieren, sowie die Möglichkeit, weit mehr Aufgaben als Menschen zu übernehmen, sind beachtliche und wirtschaftlich sehr vielversprechende Punkte. Die initiale Technologie ist derzeit noch recht teuer, aber diese Ausgaben werden sich langfristig auszahlen. Bestehende virtuelle KOL werden immer beliebter und speziell entwickelte können in vielen verschiedenen Bereichen für unterschiedlichste Aufgaben eingesetzt werden. In Zukunft könnten virtuelle KOL beispielsweise auch im digitalen Kundendienst tätig sein oder 24-Stunden-Liveübertragungen moderieren. Wir sollten davon ausgehen, dass sich bald weitere Möglichkeiten eröffnen, da viele Unternehmen gerade damit beginnen, das Potenzial des Marktes für chinesische virtuelle Influencer:innen zu erkunden. Wir glauben, dass Marken sich beraten lassen und gemeinsam mit Expert:innen eine klare Strategie festlegen sollten, um diesen neuen digitalen Vermarktungsweg zu nutzen. Es wird sich lohnen!

Sources:

https://www.virtualhumans.org/article/the-top-virtual-influencers-trending-on-chinas-social-media-platforms#:~:text=Virtual%20KOLS%2C%20China's%20virtual%20influencers,for%20their%20success%20are%20apparent.

https://www.bloomberg.com/news/articles/2021-06-12/virtual-singers-headline-multibillion-dollar-industry-in-china

https://econsultancy.com/virtual-influencers-are-helping-brands-to-succeed-in-china/

https://jingdaily.com/virtual-idols-china-celebrities-crackdown-ayayi-luo-tianyi/

https://www.scmp.com/magazines/style/luxury/article/3153210/luxury-brands-are-ditching-kols-virtual-influencers-china

https://www.thatsmags.com/china/post/33034/meet-ayayi-china-s-first-meta-human-influencer

https://www.cbbc.org/news-insights/should-you-hire-virtual-influencer-promote-your-brand-china